Ab Juni 2026 wird Entgelttransparenz für Unternehmen in Deutschland deutlich strenger geregelt. Grund ist die EU-Entgelttransparenzrichtlinie, deren Umsetzungsfrist dann endet.
Für Unternehmen bedeutet das:
- Mehr Gehaltstransparenz
- Mehr gesetzliche Pflichten
- Mehr Handlungsdruck im HR
Gleichzeitig steigen die Erwartungen von Bewerber*innen und Mitarbeitenden.
Was ist das Entgelttransparenzgesetz?
Das Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) soll sicherstellen: Gleiche Bezahlung für gleiche oder gleichwertige Arbeit.
Dafür setzt es auf drei zentrale Elemente:
Transparente Gehaltsstrukturen
Auskunftsrechte für Mitarbeitende
Berichtspflichten für Unternehmen
Mit der EU-Richtlinie wird das Gesetz ab 2026 deutlich verschärft und verbindlicher.
Entgelttransparenzgesetz 2026: Für wen gilt es?
Die neuen Regelungen betreffen vor allem:
- Unternehmen ab 100 Mitarbeitenden
- Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden (mit erweiterten Berichtspflichten)
- Arbeitgeber*innen in Deutschland im EU-Kontext
Wichtig für KMU: Auch kleinere Unternehmen sind indirekt betroffen – durch steigende Erwartungen im Arbeitsmarkt.
Die wichtigsten Änderungen im Entgelttransparenzgesetz
Gehaltstransparenz im Bewerbungsprozess
Gehalt oder Gehaltsspanne wird verpflichtend Teil von Stellenanzeigen – alternativ muss die Offenlegung vor dem ersten Gespräch erfolgen. Bewerber*innen können fundierter entscheiden und besser verhandeln.
Erweiterte Auskunftsrechte für Mitarbeitende
Einblick in durchschnittliche Gehälter vergleichbarer Kolleg*innen sowie Transparenz über Vergütungskriterien – ohne Mindestgröße für Vergleichsgruppen mehr.
Verbot von Gehaltsverschwiegenheit
Mitarbeitende dürfen offen über ihr Gehalt sprechen – Gehaltsunterschiede werden sichtbar, intern und extern.
Verpflichtende Gehaltsanalysen und Reports
Systematische Analyse von Gehaltsunterschieden und regelmäßige Berichterstattung werden Pflicht – besonders relevant für große Unternehmen und Organisationen nach Fusionen oder Reorganisationen.
Höhere Risiken bei Ungleichbehandlung
Unternehmen müssen aktiv gegen Ungleichheiten vorgehen. Die Beweislast verschiebt sich teilweise zugunsten der Mitarbeitenden – rechtliche Risiken steigen deutlich.
Auswirkungen des Entgelttransparenzgesetzes auf HR und Unternehmen
Die neuen Vorgaben betreffen nicht nur HR-Prozesse, sondern die gesamte Organisation:
HR & Prozesse
Recruiting
Gehalt wird fester Bestandteil der Kommunikation
Vergütung
Klare, nachvollziehbare Kriterien sind Pflicht
Controlling
Gehaltsdaten müssen analysierbar sein
Compliance
Dokumentation wird entscheidend
Führung & Unternehmenskultur
- Transparenz muss aktiv gelebt werden
- Führungskräfte müssen Gehaltslogiken vermitteln können
- Dialog wird zum Schlüsselfaktor
Wichtig: Fehlende Kommunikation kann schnell zu Unzufriedenheit oder Vertrauensverlust führen.
Vorteile für Mitarbeitende
Das neue Entgelttransparenzgesetz stärkt Beschäftigte deutlich:
- Mehr Einblick in Gehaltsstrukturen
- Bessere Verhandlungsposition
- Mehr Schutz vor Diskriminierung
Ergebnis: Mehr Fairness und Klarheit im Unternehmen.
Fazit: Entgelttransparenz wird zur Pflicht
Gehaltstransparenz ist kein Nice-to-have mehr, sondern gesetzliche Pflicht. Unternehmen, die frühzeitig handeln:
- minimieren rechtliche Risiken
- stärken ihre Arbeitgebermarke
- verbessern Mitarbeiterbindung und Vertrauen
Entgelttransparenz umsetzen: Warum HR-Software entscheidend ist
Die neuen Anforderungen sind komplex und datengetrieben. Moderne HR-Software unterstützt Unternehmen dabei:
Klare Vergütungsstrukturen
Gehaltsstrukturen transparent darzustellen
Ungleichheiten früh zu erkennen
Reporting effizient umzusetzen
Ohne strukturierte Systeme wird Entgelttransparenz kaum umsetzbar.
Webinar: Entgelttransparenzgesetz in der Praxis umsetzen
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